Weststadtfest am Wochenende

Nicht ganz klar scheint der Zeitpunkt zu sein, wann das allererste Weststadtfest stattfand. Auf der Homepage der Stadt Heidelberg wird 1973 genannt, gleichzeitig will der veranstaltende Weststadtverein in diesem Jahr das 43. Weststadtfest begehen. Die damaligen Initiatoren, Stadtrat  und 1. Vorstzender Siegfried Hauck, 2. Vorsitzender Philipp Lehn, MdB  Karl Weber und Kurt Pulster waren  Mitglieder des Stadtteilvereins West-Heidelberg e. V.

Hauptsächlich Siegfried Hauck trat dafür ein, dass die Weststadt ein Stadtteilfest bekam, denn im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen gab es hier keine „Kerwe“ und die Weststädter wollten auch was zu feiern haben.

Die erste Gelegenheit ein Fest für die Einwohner zu veranstalten war das 80. Jubiläum des Stadtteilvereins 1972. Noch mit einfachsten Mitteln und der ehrenamtlichen Mithilfe vieler Unterstützer wurde das Fest organisiert. Die Fußballer von Union Heidelberg halfen beim Aufbau, die Pfadfinder von St. Bonifatius machten den Service, Schloßquell stellte das Bier und viele andere HelferInnen ließen damals ein schönes Ur-Fest gelingen. Der Wilhelmsplatz platzte fast aus allen Nähten, denn die Besucherzahl übertraf alle Erwartungen, so die damalige Lokalpresse.

Dann etablierte der Verein Jahr für  Jahr seine Weststadtfeste immer breiter  und engagierter im Stadtteil. War das erste Bierzelt noch eher ein kleines Provisorium, so war beim zweiten Mal schon ein Profizelt für 800 Menschen im Einsatz, das jedoch auch schon zu klein war.

Die RNZ schrieb im September 1974: „Die  Weststädter  waren  begeistert. Die große Fete mit dem familiären Charakter auf dem  Wilhelmsplatz vor  St. Bonifaz  ist aus  dem  Jahresprogramm  der Weststadt nicht mehr  wegzudenken. Das  Festzelt, in diesem Jahr vorsichtshalber auf 800 Plätze aufgestockt, war dem Ansturm wieder nicht gewachsen. Der Bierkonsum warf wie im letzten Jahr auch  die  am  weitesten gesteckten Prognosen über  den  Haufen. Vom großen Zapfenstreich bis zum Rummelplatz für den  Nadchwuchs reichte  das  Programm, ob  jung  ob  alt,  jeder   kam  auf  seine  Kosten.  Der  Wilhelmsplatz, dessen Ausgestaltung der Erlös des  Volksfestes zu Gute kommt, war drei Tage lang der anerkannte Mittelpunkt der Weststadt.“

Damals war der Montag noch ein „Feiertag“, an dem sogar die Weststadt-Geschäfte geschlossen blieben und die Mitarbeiter zum „Knöchele-Essen“ auf den Willi kamen.

Lang ist das schon her. Im Jahre 1983 haben sich dann progressive Gruppen und Initiativen zum „Sommerspektakel“ zusammen getan, das dann sehr lange als Konkurrenzveranstaltung zum Weststadtfest begriffen wurde. Das ursprügliche Weststadtfest, das einst mit Bierzelt und Blasmusik eher die konservative Einwohnerschaft ansprechen wollte, hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem Fest für alle  jungen und alten, kleinen wie großen Bürgern entwickelt. Der Montag ist inzwischen gestrichen, dafür gibt es am Sonntagmorgen einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Wilhelmsplatz mit den Pfarrern Heimpel von St. Bonfatius und Hesslein von der Christusgemeinde. Sie dokumentieren, wie sehr die früheren Animositäten zwischen Konfesssionen und politischen Meinungen beim gemeinsamen Feiern heute in den Hintergrund treten.

Nicht vergessen:
Weststadtfest Wilhelmsplatz
am 13. und 14. September 2014

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