Ausstellungen

„gezeichnet“ 29.07. – 9.09.2017 Ausstellung in der GEDOK-Galerie
Lisa Berger – Christel Fahrig-Holm – Sabine Friebe-Minden – Ulrike Göttert – Sigrid Kiessling-Rossmann – Petra Lindenmeyer – Agnes Pschorn – Sabine Schreier
Acht Künstlerinnen haben unter dem Thema „gezeichnet“ ihre individuellen Zeichen gesetzt: mit dem Bleistift, einem Holzstückchen und Druckfarbe, mit Nadel und Faden, mit Draht, mit Kreide, mit dem Kalligrafie-Pinsel. Der größte Teil der Arbeiten befasst sich mit dem Menschen, den vielfältigen Möglichkeiten  seines inneren und äußeren Ausdrucks…. weiterlesen

Öffnungszeiten: Fr 17-20 Uhr, Sa 11-14 Uhr (Achtung geänderte Öffnungszeiten wegen Ausstellung über die Sommerferien)
und nach tel. Vereinbarung Tel. 01775402884
GEDOK Galerie  Römerstr. 22, 69115 Heidelberg

Öffnungszeiten Mi + Fr von 17 – 20 Uhr und Sa 11 – 14 Uhr.
GEDOK Galerie, Römerstraße 22, 69115 Heidelberg
Straßenbahnhaltestelle Römerkreis Süd

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Ort: GEDOK-Galerie
Adresse: Römerstr.22 69115 Heidelberg
Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag jeweils 17.00-20.00 Uhr
Samstag  11.00-14.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 16.09 – 21.10.2017
Titel: WUNSCHBILDER /partizipatorisches Kunstprojekt mit Geflüchteten
 

OFF//Foto 2017

Künstlerin: Ella Kehrer, Fotografie
Konzept/Projektleitung Janet Grau
Vernissage Samstag, den 16.09.2017, 19:00 Uhr
Einführung Clemens Bellut (Philosoph), Janet Grau
Performance “Wie kann ich in Deutschland leben”

Die Ausstellung WUNSCHBILDER in der GEDOK-Galerie Heidelberg zeigt im Rahmen des OFF//Foto-Festivals das Ergebnis einer monatelangen Arbeit mit geflüchteten Menschen. Ausgehend von ihren Fluchterlebnissen und der komplizierten Situation des Ankommens in Deutschland entstehen durch gemeinsames szenisches Arbeiten und Schreiben Bilder zu ihrem erwünschten „happy end“.  Fotografien sowie eine Installation aus Requisiten, Bühnenbildelementen und Making-of-Sequenzen zeugen von den bisher erarbeiteten Spielfolgen und Bildideen. Das Projekt wird geleitet von der Künstlerin Janet Grau. Für die Dauer der Ausstellung wird die Galerie zum temporären öffentlichen Atelier, in dem die Künstlerin mit den Geflüchteten und anderen Beteiligten arbeitet. Für 2018 ist eine weitere Präsentation im Heidelberger Kunstverein geplant.

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, käm‘ ich in Verlegenheit, was ich mir denn wünschen sollte“ so heißt es in einem anrührenden Lied von 1930, das von Marlene Dietrich aber auch von Rio Reiser und Udo Lindenberg gesungen wurde. Wenn ich mir was wünschen dürfte; allein diese Frage ist für viele Geflüchtete schwer zu beantworten. Wünsche haben, sich Zukünftiges ausmalen, vielleicht auch fantastische oder utopische Lösungen eines Problems denken, dazu gehört die Zuversicht, über das Gegenwärtige hinausgehen zu können, das Vertrauen auf die eigenen Möglichkeiten in der Zukunft.
Die Arbeit mit Janet Grau und anderen Künstler*innen weckt die Fähigkeit der Geflüchteten zu Imagination und Spiel. Sie werden ermutigt, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und ihren Wünschen und Hoffnungen Ausdruck zu verleihen. Sie erschaffen sich das „happy end“ und stellen dies in ihren „Wunschbildern“ dar. Die Kraft der Imagination wird unterstrichen, in dem diesen Bildern Sequenzen ihres bisherigen Lebens und ihrer oft traumatischen Erfahrungen zur Seite gestellt werden.
Durch das szenische Arbeiten, die gemeinsame Arbeit an einem Drehbuch für Spielsequenzen und an der sorgfältigen Ausstattung entdecken die Beteiligten für sich neue Ausdrucksmöglichkeiten und die Chance, eigene Ziele zu formulieren.
Faszinierend an diesem Konzept von Janet Grau ist ihr künstlerischer Ansatz, aus der geduldigen und behutsamen Arbeit mit den geflüchteten Menschen und den entstehenden Szenen ein Konzept von Bildserien, gleich einer Serie von „film stills“ und eine Installation zu entwickeln. Sie verweisen auf den lebenswirklichen Ausgangspunkt der Menschen und stellen dem die Fiktion gegenüber; sie dokumentieren keine Wirklichkeit oder Wahrheit sondern markieren vielmehr einen möglichen Weg; sie zeigen Konstrukte, Hypothetisches, Erdachtes, die Fiktion als bedeutende Kulturtechnik.

Diese Setzungen sowie die Bildauswahl und die Ausgestaltung der Installation sind Bestandteil der gemeinsamen Arbeit und vermitteln „nebenbei“ ästhetische Ansätze aktueller Kunst.
Ziel ist, aus dem Spiel Bilder entstehen zu lassen, die Metaphern gleich für das Thema „Glück“ in der besonderen Lebenssituation von Geflüchteten stehen.
„Wenn ich mir was wünschen dürfte, möcht‘ ich etwas glücklich sein“, heißt es weiter in dem Lied. Was „Glück“ heute bedeuten kann jenseits der inhaltsleeren Versprechen der Konsumgüterindustrie, ist ein weiterer und hochaktueller Aspekt dieser Arbeit.
Gearbeitet wurde und wird seit Oktober 2016 in den Räumen von „artes liberales – universitas“ in Heidelberg und auch im Atelier von Janet Grau. Um die 30 Menschen haben sich seither an dem Projekt beteiligt. Aktuell schreiben, spielen, proben, bauen ungefähr 12 Menschen an der Realisierung dieser ersten Präsentation. Vor allem zwei Teilnehmer übernehmen die Regie für die Inszenierungen: Mohamad Alraghban (aus Damaskus) und Taisir Al Nakib (aus Mosul).
In der GEDOK-Galerie wird dieses Zwischenspiel zu sehen sein. Die Bildserien erzählen von den Arbeitsprozessen. Performances, Einführung, Lesung und Musik vermitteln die Arbeitsweise sowie Einblicke in die kulturellen Hintergründe der Geflüchteten.

Die Galerie wird für die Dauer der Ausstellung zur „offenen Werkstatt“, zu einem temporären Atelier, in dem Janet Grau mit den Beteiligten weiter arbeitet.
Die Endergebnisse dieser Arbeit werden 2018 im Heidelberger Kunstverein gezeigt. www.janetgrau.de

 

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