November

Passend zum jetzigen Monat, den täglich sich verändernden Farben der Blätter, des Wetters und der Stimmungen veröffentlichen wir hier ein Gedicht des Weststädter Autors und Lyrikers Kurt Würthner aus seinem neuen Gedichtband “Empfindungen”.

November

Laub vergilbt in stillen Gärten,
das müde Sterben ist jetzt da,
man spürt bereits des Winters Härten,
wie schnell das wieder mal geschah.
Man geht durch graue, kühle Gassen,
die Häuser stehen stumm Spalier
und frösteln einsam und verlassen,
als sei das nicht mehr ihr Quartier.
Die Bäume sind schon ziemlich kahl.
vor Tagen war die Welt noch wärmer,
die liegt nun nackt und lächelt fahl,
und alles wirkt jetzt etwas ärmer.
Es regnet viel, man ist verdrossen
und fühlt sich oftmals sehr allein,
die Zeit zuvor hat man genossen,
nun fehlt’s an warmem Sonnenschein.
Nebel läßt die Welt erblassen,
man geht nur selten außer Haus,
manche Tage sind zum Hassen,
mit Wind und Sturm sind sie ein Graus.
So geht ein Jahr langsam zur Neige,
man ist froh, dass es vergeht,
Wind entlaubt die letzten Zweige
und wieder ist ein Herbst verweht.
Dann ruht sie lange, unsere Erde,
dass aus der Schöpfung stiller Kraft
und deren Tiefe wieder werde,
was ihr das Leben neu erschafft.

aus: Kurt Würthner “Empfindungen”
ISBN 978-3-8422-4535-8
203 Seiten, 17,80 Euro
deutscher lyrik verlag, Aachen, 2017
www.karin-fischer-verlag.de
www.deutscher-Iyrik-verlag.de

Nach seinen Gedichtbänden „Mit Versen gesagt” und „Krähenrufe” stellt der Autor jetzt mit „Empfindungen” ein weiteres lyrisches Bilderbuch im deutschen lyrik verlag (dtv) vor.


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