Balé Teatro Guaíra

Ein deutsch-brasilianisches Projekt. Sonntag, 10. Dezember 2017 – 20.00 Uhr – HebelHalle, Hebelstr. 9, 69115 Heidelberg
BALÉ TEATRO GUAÍRA TANZT WACHTER, WINKLER, SCAFATI. Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.reservix.de
Es gehört zu richtungsweisenden Kompanien des großen Tanzlandes Brasilien: das Balé Teatro Guaíra. 1969 von der Regierung des Bundesstaats Parana in der Hauptstadt Curitiba gegründet, verfügt das BTG heute nicht nur über 140 Choreografien in seinem Repertoire, sondern vor allem über welche, die brasilianische Wurzeln, Klassiker und vor allem Avantgarde zu einer außergewöhnlichen Liaison verschmelzen lassen. In vielen Tanzstilen heimisch, mit grandioser Technik sowie mit reißender Lebensfreude ausgestattet, geben die circa 30 Tänzerinnen und Tänzer jeglicher Bewegungssprache ihre eigene Note. Cintia Napoli, seit 2012 künstlerische Leiterin der Kompanie, liebt denn auch Experimente und außergewöhnliche Begegnungen. Das zeigt das deutsch-brasilianische Projekt, mit dem das Balé Teatro Guaíra nun in Europa gastiert.
Im August 2016 haben dafür drei Choreografen aus Deutschland, Katja Wachter, Christoph Winkler und Roberto Scafati, in Curitiba mit den Ausnahmetalenten gearbeitet. Entstanden sind dabei Stücke, die höchst faszinierend, mit Augenzwinkern politische, soziale und menschliche Phänomene unter die Lupe nehmen und die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes zeigen – präsentiert mit brasilianischer Leidenschaft.

I SHARE von Katja Wachter (München) beschäftigt sich mit der neuen Dimension des Wortes „Teilen“. Freunde, Daten, Musik, Wohnungen – wir teilen uns selbst. Das Stück erkundet verschiedene Aspekte der heutigen teilenden Individuen: Ich teile, deshalb bin ich.
LOST MY CHOREOGRAPHER ON THE WAY TO THE DRESSING ROOM von Christoph Winkler (Berlin) zeigt auf, dass sich die Beziehung zwischen Tänzer und Choreograf in den letzten Jahren merklich geändert hat und stellt sich u.a. die Frage, wie man den kreativen Prozess am besten organisiert.
CHARME von Roberto Scafati (Ulm) sieht spontane Anziehung als Geschenk, ist eine Kraft, intelligent und emotional. Charme durchbricht Barrieren. Charme kann überall sein, sobald jemand bereit ist, diesen anzunehmen.
Mit diesen Stücken ist das berühmte Balé Guaira erstmals in Deutschland zu sehen.
Die Europa-Tournee des Balé Teatro Guaíra wird produziert von ABABTG in Kooperation mit dem Teatro Guaíra Cultural Center und dem State Secretary of Culture of Paraná sowie dem Ministry of Culture of Brazil. Unterstützt wird die Tour unter anderem von dem Pequeno Príncipe Hospital, das größte Kinderkrankenhaus in Brasilien, vom Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart, sowie der SoloConnection.

Die berühmte Kompanie Balé Teatro Guaíra aus Curitiba in Brasilien wird erstmals in Deutschland zu sehen sein. Sie gehört zu den richtungsweisenden Kompanien des großen Tanzlandes Brasilien. Cintia Napoli, seit 2012 künstlerische Leiterin der Kompanie, liebt denn auch Experimente und außergewöhnliche Begegnungen. Das zeigt das deutschbrasilianische Projekt, das sie zusammen mit Marcelo Santos, dem Künstlerischen Leiter des Internationalen Solo-Tanz-Theater Festivals Stuttgart, entwickelt hat. Im August 2016 arbeiteten dafür die deutschen Choreograf/innen Katja Wachter, Christoph Winkler und Roberto Scafati, ehemalige Jurymitglieder bzw. Teilnehmer/innen des Internationalen SoloTanz-Theater Festivals, in Curitiba mit der brasilianischen Tanzkompanie zusammen. Für Katja Wachter, Preisträgerin von 2005, und Roberto Scafati, Jurymitglied 2011 und 2015, liegt die Verbindung zwischen Curitiba und Stuttgart vor allem in der Person von Marcelo Santos. „Ich arbeite schon jahrelang mit Marcelo Santos zusammen, durch ihn bin ich auch als Choreograf in Curitiba in die neue Kreation für das Balé Teatro Guaíra eingebunden.“ (Roberto Scafati). Katja Wachter hebt insbesondere die Vernetzung hervor: „Marcelo Santos führt nicht nur jährlich einen Wettbewerb durch, sondern schafft immer wieder für Künstler, die – sei es als Teilnehmer oder Jurymitglied – an diesem Wettbewerb beteiligt waren, Möglichkeiten für Austausch, Vernetzung und weiterführende Projekte.“ Dies ist auch Christoph Winkler, Jurymitglied von 2015, besonders wichtig: „Das Internationale Solo-Tanz-Festival ist nicht nur ein Wettbewerb, sondern bringt Tanzschaffende aus aller Welt zusammen und versucht ein nachhaltiges Netzwerk aufzubauen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, mit meinen Kollegen aus der Jury einen gemeinsamen Abend für das wunderbare Ballett Balé Guaría zu erarbeiten.“ Entstanden sind dabei Stücke, die höchst faszinierend, mit Augenzwinkern politische, soziale und menschliche Phänomene unter die Lupe nehmen und die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes zeigen – präsentiert mit brasilianischer Leidenschaft. Interpretiert werden die Stücke „I share“ von Katja Wachter (München), „lost my choreographer on the way to the dressing room“ von Christoph Winkler (Berlin) und „Charme“ von Roberto Scafati (Ulm). „I share“ von Katja Wachter beschäftigt sich mit der neuen Dimension des Wortes ‚Teilen‘ im digitalen Zeitalter. „Wir sind auf dem Weg alles zu teilen: Daten, Musik, Filme, Autos, Nachrichten, Wohnungen, Gärten, Essen, Kleider, Ideen – wir teilen uns selbst“, sagt Katja Wachter. Allerdings ist Teilen kein selbstloser Akt mehr, sondern wird zu einer narzisstischen Angewohnheit, Erfolg nun in „Klicks“ und „Likes“ und „Followers“ bemessen. In ‚I share’ wird die unendliche Selbstvermarktung in Frage gestellt, die den Menschen in diverse Identitäten zerteilt. Sind wir allein, obwohl komplett vernetzt? Christoph Winkler konzipierte „lost my choreographer on the way to the dressing room” für das Balé Teatro Guaíra. Darin spürt er der Beziehung zwischen Tänzer und Choreograf nach, die sich merklich geändert hat. Das Stück stellt die Frage nach dem Ablauf kreativer Prozesse, nach der Emanzipation der Tänzer im Rahmen des zeitgenössischen Tanzes und macht diesen Kontext zum Ausgangspunkt des choreografischen Entwicklungsprozesses. ‚lost my choreographer…‘ beschäftigt sich mit den Erwartungen, Missverständnissen und kulturellen Unterschieden, die aktuell in der Begegnung von Choreografen und Tänzern beinhaltet ist. „Charme“ heißt der Beitrag von Roberto Scafati, ein Stück über die spontane Anziehungskraft. Charme zu haben bedeutet, über magische Anziehungskraft zu verfügen, ein kostbares Geschenk zu besitzen, das man frei geben und für sich beanspruchen kann. Für Roberto Scafati verbirgt sich dahinter eine Kraft, intelligent und emotional, die Barrieren durchbricht – manchmal gleich beim ersten Treffen. Und so ist auch die Choreografie wie eine Bewegung zu lesen, wie eine Öffnung, wie ein Anfang. Zwei Wochen lang ist das Balé Teatro Guaíra in Deutschland auf Tournee. Den krönenden Abschluss der Tournee bildet die Russlandpremiere am 14. und 15. Dezember 2017 in St. Petersburg. Produzenten und Unterstützer: Die Europa-Tournee des Balé Teatro Guaíra wird produziert von ABABTG in Kooperation mit dem Teatro Guaíra Cultural Center und dem State Secretary of Culture of Paraná sowie dem Ministry of Culture of Brazil. Unterstützt wird die Tour unter anderem von dem Pequeno Príncipe Hospital, dem größten Kinderkrankenhaus in Brasilien, vom Internationalen SoloTanz-Theater Festival Stuttgart, sowie der SoloConnection. Das Gastspiel in Stuttgart wird unterstützt von Toto-Lotto GmbH, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dem Honorarkonsulat von Brasilien.

Sonntag, 10. Dezember 2017 – 20.00 Uhr – HebelHalle, Hebelstr. 9, 69115 Heidelberg
Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.reservix.de

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