S21 teurer Spaß

Leider keine Satire, sondern echt wahr, obwohl es heute wie Satire wirkt.
Am 1. Dezember 2017 war zu lesen: “Stuttgart 21: Abbruch wäre teurer
.”
Ein Abbruch des umstrittenen Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 wäre einem Pressebericht zufolge inzwischen teurer, als es zu Ende zu bauen. Wie das “Handelsblatt” berichtet, würden demnach die Abbruchkosten bei 7 Mrd. Euro liegen und damit über den Kosten, zu denen sich das Projekt zu Ende bauen lasse. Die Gesamtkosten sind inzwischen von einst 4,5 Mrd. Euro auf  7,6 Milliarden Euro gestiegen. 2013 hatte die Bahn noch nach einer ersten Kostensteigerung mit Gesamtkosten von 6,5 Mrd. Euro kalkuliert. Die Abbruchkosten wurden damals auf 2 Mrd. Euro beziffert.

Wer erinnert sich noch an die Regierung Mappus  (was macht der eigentlich?), die Mediation (Schlichtung) mit Heiner Geißler (RIP), die ganze Blase von CDU und Deutsche Bahn, die alles, was jetzt Wirklichkeit ist, vehement bestritten und als Lüge der S21-Gegner bezeichnet hat. Wo sind die wirklichen Lügner von damals jetzt? Mappus, Gönner, Kefer und all die anderen Gehilfen eines irrsinnigen Projekts, das von der Immobilienbranche angeschoben wurde?
Die S21-Gegner, die damals mit klaren Zahlen und Fakten das ganze Dilemma vorausgesagt hatten (Fass ohne Boden), wurden kriminalisiert, mit Polizeigewalt auf Staatsanweisung aus dem Schloßpark vertrieben und teilweise schwer verletzt.
Und heute? Der Albtraum ist wahr. Viel höhere Kosten, viel  längere Bauzeit, Nutzen weiterhin unklar.
Wenn es den Berliner Schrott-Flughafen nicht gäbe könnte man in Stuttgart von einem einmaligen Vorfall bautechnischen Versagens ausgehen. Aber mit BER im Blick muss der Bürger vielleicht wirklich von einer unfähigen und lobby-orientierten Auftragsvergabe, Bauaufsicht und Bauausführung unter staatlichem Vorhalt ausgehen.

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