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Ausstellung in der Galerie GEDOK 13.01. – 03.03.2018
GABI WAGNER    ULLIE GÖTTERT
DRUCKGRAFIK    SKULPTUR

13.1.2018 / 19 Uhr  Vernissage   Begrüßung Dorothea Paschen, Einführung Gisela Hachmann-Ruch, Musik Fritzi Ritter- a capella
26.+27.1. Druckvorführung mit Gabi Wagner ( zu den Öffnungszeiten)
14.02. / 20-21.30 Uhr Kontrabass-Solo mit Matthias TC Debus vom Kulturtandem Mannheim
21.02. / 18 Uhr Weinprobe in der GEDOK Galerie mit Weinen aus dem Cave des Montpellier-Hauses (6 € /p.P.)
03.03. / 11-12 Uhr Finissage mit Felix Deitert an der Gitarre

Öffnungszeiten:
Mi, Fr  17-20 Uhr
Sa 11-14 Uhr
GEDOK Galerie, Römerstraße 22, 69115 Heidelberg
Straßenbahnhaltestelle Römerkreis Süd

Die Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) stehen für die französische Aussprache des Wortes „connection“, Verbindung. Die Ausstellung von Gabi Wagner und Ullie Göttert in der Galerie der GEDOK Heidelberg wartet mit mehreren Verbindungen auf: mit der Verbindung zweier Länder: Frankreich und Deutschland, mit der Verbindung verschiedener künstlerischer Herangehensweisen –  des Drucks und der Skulptur aus Ton –  und schließlich mit der freundschaftlichen Verbindung von zwei Künstlerinnen.

Seit Ende der 1980er Jahre führt die aus Blieskastel stammende Kommunikationsdesignerin und Künstlerin Gabi Wagner eine Art Doppelleben: immer abwechselnd wohnt und arbeitet sie in Saarbrücken und in Marseille. Sie studierte in Saarbrücken bei Oskar Holweck und an der École des Beaux Arts in Marseille. Ihre Werke waren in vielen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Mit ihrem Tiefdruckverfahren, bei dem sie statt Kupfer-oder Zinkplatten Materialien wie Tetra-Pak oder CD-Scheiben verwendet und auf Weggeworfenes (gebrauchte Metrotickets) druckt und dabei gänzlich auf giftige Stoffe verzichtet, hat die Saarländerin eine Technik gefunden, mit der sie experimentiert. Vor allem die Verbindung mit dem Laserdruck und der digitalen Fotografie machen ihre neueren Arbeiten so besonders. Gabi Wagners Experimentierfreude endet jedoch nicht am Druckstock. Ähnlich verfährt sie auch mit dem Druckträger. Dass es nicht nur das teure Kupferdruckpapiersein muss, beweist die Serie der Metrotickets oder die digitalen Prints. Die Internet-Adresse von Gabi Wagner www.gabi-wagner.blogspot.com gibt einen ersten Eindruck.

Ullie Göttert, Absolventin der Alanus Hochschule für Kunst in Alfter bei Bonn, zeigt Tonskulpturen und verfremdete Fotos eines Tonkörpers. Ihr Interesse gilt der Suche nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten für Emotionen. Das formbare Material des hochschamottierten Tons bietet dafür eine gute Grundlage. Emotionen zeigen sich in Gesten, können aber auch über Oberflächenbeschaffenheit interpretiert werden. Die Struktur des Tons kann beeinflusst werden durch die manuelle Gestaltung, aber auch durch die Brandtechnik. Ullie Göttert wendet für den Brand einiger Skulpturen eine sehr alte, archaische, aus Afrika stammende Technik des sich selbst verzehrenden Ofens an. In diesem Papier-Holz-Ofen kann sowohl reduzierend (wenig Sauerstoff) oder oxydierend (mit Sauerstoff) gebrannt werden. Dabei können Temperaturen zwischen 900 und 1000 Grad erreicht werden. Besonders interessante Farbeffekte und Spuren entstehen im reduzierenden Brand, wenn Salz über die Skulptur gestreut wird. Eine Glasur entsteht dabei nicht, aber die Oberfläche und Struktur des Scherbens werden beeinflusst. Die Schmauchspuren des Feuers und abgebrochene, gesprungene Teile zeichnen die Skulptur, Symbol für Verletzungen und Lebensereignisse, die Spuren hinterlassen. Ullie Göttert setzt ihre Figuren dann noch Wind und Wetter aus. Die Patina, die Regen, Sonne und Temperaturschwankungen erzeugen, verstärken das Symbol des „Gezeichnet-Seins“.


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