Das Aus der Musikclubs

Wo gibts noch Live-Musik?
Viele Jahre waren sie fester Bestandteil der urbanen Kultur- und Ausgehszene, die Musikclubs, in denen Live-Auftritte mehr oder weniger bekannter Musikgruppen aus nah und fern stattfanden. Die Clubs, früher wurden sie auch Diskothek, dann Disco genannt, waren  für Generationen Treffpunkt, Tanzschuppen und Konzerthalle in einem.  Doch heute scheint ihre Zeit abgelaufen zu sein, viele Musikorte sind schon verschwunden, andere folgen ihnen.

Der legendäre „Schwimmbad Musik Club“  beim Tiergartenbad exixstiert schon seit zwei Jahren nicht mehr.
Was gab es hier seit der Eröffnung 1979 für tolle Live Konzerte von Bands, die später berühmt wurden. Mit Erste Allgemeine Verunsicherung, Frumpy, Element of Crime, Fantastische 4, Green Day bis Nirwana und einige mehr standen Topacts auf der winzigen Bühne und brachten den komplett überfüllten Raum zum infernalischen Schwitzen. Gut, lang ist`s her.
Der heute noch existierende Biergarten „Heidelgarden“ und die Strandbar „Heidelbeach sind eher die Konterkarierung des alten Musikclubs.

Die  „Nachtschicht“ auf dem Landfriedgelände wurde gerade zum Jahreswechsel dicht gemacht. Die Tanzschule Nuzinger wird die Räume beziehen, nicht zum Tanzen, sondern um dort ein Restaurant mit Bar im Stile der amerikanischen 30er Jahre einzurichten. Der Laden soll wie ein Swing-Tanz „,The Shag“ heißen. Damit liegen die Tanzlehrer voll im Trend, denn immer mehr junge Leute lernen die Tänze aus den „Roaring Twenties“ wie Charleston, Quickstep und Swing. Bye-bye Hiphop, Funk, Pop und Rock.

Der Verein „Eventkultur Rhein-Neckar“ machte Vorschläge für ein Förderkonzept, um dem Clubsterben in der Region entgegenzuwirken.  Die Stadt Heidelberg setzt für eine Förderung aber eine Studie einer „unabhängigen Instanz“ voraus, welche „die Zahl und Art der Clubs in Heidelberg und der Metropolregion aufzeigt sowie die Kriterien, nach denen sie ihren Kultur- von ihrem kommerziellen Betrieb abgrenzen, um Objektivität zu gewährleisten.“, schrieb die Lokalpresse im Dezember zum Thema.
Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Allerdings ist das Verschwinden der Live-Musik-Clubs kein rein deutsches Phänomen. Zum gleichen Thema hat sich die geadelte Pop-Ikone Sir Paul McCartney zu Wort gemeldet.
Im ZDF-Videotext wurde am 11.01.2018 folgende Meldung verbreitet:

McCartney sorgt sich um Nachwuchs

Paul McCartney hat mit drastischen Worten vor einem Sterben von Lokalen und Veranstaltungsräumen mit Live-Musik in Großbritannien gewarnt. “Wenn wir Musik auf dieser Ebene nicht unterstützen. ist die Zukunft der Musik allgemein in Gefahr”, sagte McCartney.
Laut dem Branchenverband UK Music ist die Zahl der kleinen Veranstaltungsräume für Live-Musik im Vereinigten Königreich in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Befürchtet wird, dass die Karriere junger aufstrebender Musiker im Keim erstickt werden könnte.

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