Neben der Spur!

Gerade wurde das Statement von SPD-Martin Schulz zum Ergebnis der Sondierungen im Fernsehen übertragen, dass die alte GroKo wieder die neue werden soll. Nichts ist von seiner kämpferischen Art nach der verlorenen Wahl im letzten Herbst übrig geblieben.  Nun doch, nach langem Rumgespiele für die Öffentlichkeit, hat sich Angela Merkel wieder auf den Bundesthron gerettet. Mit viel Danke-Schönreden wie bereits in den letzten Jahren ihrer Herrschaft wurde die GroKo der Wahlverlierer den Bürgern vorgestellt.
Das Motto klingt sehr nach “Alles neu, also weiter so wie bisher”, denn die Worthülsen des Würseler Ex-Bürgermeisters waren ebenso trivial gedrechselt wie die seiner Chefin Merkel. Viel heiße Luft, unklare Themen, keine Inhalte, alles wie gehabt.
Und Horst Seehofer hat ebenfalls Kreide gefressen, was ihm wahrscheinlich einen Job in der Berliner Politikerparade einbringt.
Sehen Sie selbst !!!

Nun gut, keine schnelle Vorverurteilung. Aber der Aufbruch in eine Zeit mit extrem vielen neuen Herausforderungen von Digitalisierung, Umkremplung des Arbeitsmarkts bis Nachholbedarf bei Bildung, Pflege, Rente, Armut, Wohnungsbau, Zuwanderung, Verkehr, Energie und Infrastruktur verlangt mehr, als nur die alten Sprüche der alten Köpfe.
Zukunft gestalten wollen klingt anders.

Merkels neues Kabinett: Schulz schließt Posten nicht aus
SPD-Chef Martin Schulz schließt nicht mehr aus, bei einer Regierungsbildung einen Kabinettsposten zu übernehmen. In der ZDF-Sendung “Was nun?” sagte er auf die Frage, ob seine Aussage noch stimme, dass er nicht in ein Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eintreten werde: “Frau Merkel hat auch mal sehr eindeutig gesagt, die SPD ist auf lange Zeit nicht regierungsfähig.” Schulz hatte nach der Bundestagswahl gesagt “In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten.” (Quelle: ARD Videotext, 12.01.2018)

Mit seinen abendlichen Interview-Aussagen im ZDF ist Martin Schulz jetzt angetreten, der SPD den finalen Garaus zu machen.
Nach dem Wirtschaftskanzler und heutigem Putin-Lakai Gerhard Schröder, dessen für die Sozialdemokratie apokalyptischen Amtszeit mit Machtverlust und nachhaltiger Unwählbarkeit für den Großteil der deutschen Bevölkerung, ist es nun an dem wendigen und windigen Martin Schulz, der einstigen Volkspartei ihr politisches Ende zu bescheren. Denkt man an sein vollmundiges Auftreten nach der verlorenen Bundestagswahl 2017 ist die heutige Aussage, in ein Kabinett Merkel eintreten zu wollen, die Entlarvung des Parteifunktionärs Schulz als Person jenseits jeglicher Glaubwürdigkeit.

Jetzt kann nur noch die SPD-Parteibasis das Herumirren ihres Vorstands und Vorsitzenden beenden. Denn die Bürger-/Wähler*innen brauchen und wollen glaubwürdige und vertrauensvolle Politiker*innen im Amt.

“Morning Briefing” des Handelsblatt vom 15.01.:
Diese Woche wird beherrscht werden vom sozialdemokratischen Sinnsucher Martin Schulz. Der SPD-Chef, der partout nie Merkel-Minister werden wollte, muss seine Genossen bis zum Parteitag am Sonntag von etwas überzeugen, mit dem er selbst hadert: „Das sind am Ende immer Kompromisse, die man eingehen muss.“ Aus dem einstigen Kämpfer mit Proletarier-Gestus wurde ein tapsiger Conferencier der Macht, der Forderungen nach „Nachbesserungen“ auf allen SPD-Ebenen geradezu provoziert hat. Was wiederum Alexander Dobrindt, den Warm-Upper der CSU, nervt: „Martin Schulz muss jetzt zeigen, dass die SPD ein verlässlicher Koalitionspartner sein kann und er den Zwergenaufstand in den Griff bekommt.“

Auch die zweite selbsternannte Lichtgestalt der Sozialdemokraten, Andrea “Bätschi” Nahles, hadert mit ihren kritischen Parteifreunden aus der Basis. “Akzeptiere ich nicht”: Nahles watscht GroKo-Gegner in ihrer Partei ab” berichtet der Focus und führt weiter aus “SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat den Gegnern einer großen Koalition auch in der eigenen Partei vorgeworfen, dass Sondierungsergebnis “mutwillig” schlechtzureden. “Da wird ein Ergebnis schlecht geredet von einigen, die egal, was wir verhandelt hätten, gegen die GroKo sind”, sagte Nahles am Montag im Deutschlandfunk. “Das akzeptiere ich nicht, da werde ich dagegenhalten.”

Fürchtet da vielleicht jemand um sein Pöstchen statt sich der Kritik zu stellen? Mit “Bätschi”, Pippi-Langstrumpf-Gesang im Bundestag und “In die Fresse hauen”-Drohung gegen den (jetzt wieder geliebten) Ex-Koalitionspartner hat sich die Frau eigentlich schon genug lächerlich gemacht.

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