Neuenheimer Kammerorchester


Konzert des Neuenheimer Kammerorchesters unter Matthias Metzger am 22.04.2018 in St. Bonifatius Heidelberg

Aller guten Dinge sind vier! Vier Komponisten: Ralph Vaughan Williams, Peter Tschaikowsky, Béla Bartók, Frank Martin – vier Länder: England, Russland, Ungarn, Schweiz – vier musikalische Formen: Concerto Grosso, Charakterstück, Volkstänze, Konzert-Etüden. Ein spannendes Programm, wie immer mit Bewährtem und Raritäten, präsentiert das Neuenheimer Kammerorchesters unter der Leitung von Matthias Metzger bei seinem vierten Konzert in St. Bonifatius am Sonntag, den 22. April um 20:00 Uhr.


Der Engländer Ralph Vaughan Williams prägte den der Romantik verbundenen Musikstil der englischen nationalistischen Schule im frühen 20. Jahrhundert. Für ein Jubiläum der Vereinigung ländlicher Musikschulen des Vereinigten Königreichs schrieb er sein Concerto Grosso nach dem barocken Vorbild mehrerer mit dem Tutti-Orchester konzertierender Solisten. Der junge Béla Bartók bereiste mehrere Jahre seine Heimat im heutigen Ungarn und Rumänien und sammelte dabei über 1000 Volkslieder und Melodien, auf die er später in vielen seiner Werke zurückgriff. Ganz nah am Original sind seine Rumänischen Volkslieder, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen. Peter Tschaikowsky steuert das Charakterstück Elegie bei, das er zum 50. Bühnenjubiläum eines befreundeten Schauspielers und Intendanten schrieb. Der Schweizer Frank Martin, in seinen Kompositionen des 20. Jahrhunderts stets der Tonalität verpflichtet, griff für seine Konzert-Etüden auf das Vorbild von Frédéric Chopin zurück. Dieser verstand Etüden nicht nur als Übungsstücke spezifischer Spieltechniken, sondern kombinierte sie mit profundem musikalischem Gehalt, so dass sie schnell die Konzertpodien eroberten.

Die künstlerische Leitung hat Matthias Metzger. Er studierte Violine bei Ulf Hoelscher (Karlsruhe) sowie auf Meisterkursen bei Gerhard Schulz (Alban Berg Quartett), Robert Soëtens (Paris), Roman Nodel (Mannheim), Nikolaus Harnoncourt und Reinhard Goebel (Musica Antiqua Köln). Als Mitbegründer des Schlierbacher Kammerorchesters und der Heidelberger Sinfoniker wirkte er als deren Konzertmeister bis 2003. Mit diesen Ensembles spielte er zahlreiche international preisgekrönte CDs ein. Darüber hinaus konzertiert Matthias Metzger als Solist und widmet sich intensiv der Kammermusik. CD-Einspielungen aus seiner Zeit als Mitglied des Zehetmair-Quartetts erfuhren mit dem »Gramophone Award«, »Edison « und »Diapason d’or de l‘année« höchste internationale Anerkennung. Seit 2007 ist er Konzertmeister der Deutschen Philharmonie Merck.

Seit 2008, dem zweiten Jahr seines Bestehens, leitet Metzger das Neuenheimer Kammerorchester, gebildet aus führenden Mitgliedern Heidelberger nicht-professioneller Orchester. Neben den großen Werken der Streichorchester-Literatur wie den Serenaden von Dvořák und Tschaikowsky, dem Divertimento von Bartók oder Schostakowitschs Kammersinfonie kommen regelmäßig auch  hochwertige Raritäten zur Aufführung. Zu letzteren zählen Beethovens Konzert für 2 Hörner und Streicher, das Klarinettenkonzert von Mieczyslaw Weinberg als deutsche Erstaufführung oder Haydns Doppelkonzert für Harfe, Violine und Streicher mit der ARD-Wettbewerb-Preisträgerin Prof. Mirjam Schröder und Matthias Metzger als Solisten.  Die Frische und die Musizierfreude wurden dem Ensemble mehrfach bescheinigt. So beschrieb die RNZ unter dem Titel „Da konnte man nur noch staunen“ das Spiel des Orchesters als „sehr temperamentvoll und feinsinnig, … romantisch behaucht und dynamisch anrührend“.

Das Konzert dauert ca. 1 Stunde, der Eintritt ist frei, als Beitrag zur Deckung der Kosten wird um Spenden gebeten. Zwei weitere Aufführungen finden am 20.04.18, 19:30 Uhr im Augustinum Heidelberg und am 21.04.18, 19:00 im Palais Schloss Wachenheim (Pfalz) statt. Informationen unter www.neuenheimerko.de.

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