Der Bismarckplatz

 

Einweihung am 1. April 1897BismarckdenkmalBis an den Bismarckplatz reich­ten noch in den 1860er Jahren die Weingärten. Der Bis­marckplatz war einst Winter­hafen, was heute ein gewisses Maß an Phantasie verlangt. Pläne, einen eisfreien Winter­hafen für die Neckar­schiffe anzulegen wurde schon Anfang des 19. Jhdts. gefaßt, aber erst Ende der 1850er Jahre umgesetzt. Schon bald wurde er aber wieder zugeschüttet, weil der zuneh­mende Gütertransport auf der neuen Eisenbahnlinie den Neckarschiffern einen ruinösen Konkurrenzkampf lieferte. Zudem verschlammte der Hafen zusehends, da er eine Fehlkonstruktion war und keine funktionierende Abflüsse besaß. Dadurch wurde der Winterhafen mit seinem übelriechenden und fauligen Wasser ein Hygieneproblem für die Stadt. 1875 war der Hafen endgültig zugeschüttet und zum Platz mit Gartenanlage umgebaut worden, der dann zum Bismarckplatz wurde. Bismarckplatz 2011Am 1. April 1897 war als Höhepunkt der Bismarck-Euphorie, die auch Heidelberg erreichte, im Bismarck­garten das Bismarck-Denkmal mit der Büste des Reichskanzlers aufgestellt worden.
Der Bismarckplatz nahm danach jene Form an, die man ansatzweise heute noch kennt. Ansatzweise deshalb, weil nach dem Zweiten Weltkrieg Planungen durchgesetzt wurden, die keinerlei Rücksicht auf bestehende historische Gebäude nahmen. Das Hotel Reichspost Ecke Bismarckplatz/Sofienstraße, die Villa Busch Ecke Bismarckplatz/Sofienstraße und die Villa Röder Ecke Bismarckplatz/Bergheimerstraße, die als HSB-Verwaltung diente (heute: Woolworth), fielen diesem Zertrümmerungsdenken zum Opfer. Ebenfalls unter die Spitzhacke kamen die 1925 entstandenen Bismarckplatz-Arkaden (heute: Galeria Kaufhof) und das Kaiserliche Hauptpostgebäude. Erst einige Jahre später erkannte man den Unsinn dieser Abrißmanie, wobei bei manchen heutigen Baumaßnahmen die Nachhaltigkeit dieser Lernerfahrung bei der Stadtverwaltung bezweifelt werden muß.