Christuskirche Heidelberg

1890 wurde in Heidelberg mit der Bauplanung des Stadtteiles Weststadt begonnen. Zunächst gehörte die evangelische Kirche der Weststadt der Providenzgemeinde an, die sich noch heute in der Altstadt befindet. 1893 zählte der westliche Pfarrbezirk schon 4439 evangelische Seelen und die Turnhalle der Landhausschule als Ort für Gottesdienste wurde immer unpassender. Die Katholiken betrieben schon seit 1883 intensiv den Bau ihrer Kirche. Im Jahr 1894 bot die Familie P. J. Landfried ein Grundstück in der Mitte des Stadtteiles zum Kauf an, auf dem die evangelische Christuskirche gebaut werden sollte. Mit der Schenkung von immensen 10.000 Mark durch Prof. Dr. Friedrich Eisenlohr wurde der Kauf des Bauplatzes ermöglicht.  Die beiden neuen Weststadtkirchen waren gleichzeitig im Bau, jedoch konnte die katholische St. Bonifatiuskirche (1898-1903) drei Monate früher fertiggestellt werden als die Christuskirche, deren Architekt der Baurat Hermann Behagel war. Der erste Spatenstich fand am 24. September 1900 statt, der Grundstein wurde am Himmelfahrtstag 1901 gelegt, die Einweihung erfolgte am 3. Januar 1904. Noch heute ist der Grundstein hinter der Treppe der Kanzel zu finden, am sogenannten Triumphbogen. Die Christuskirche ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Heidelberg.
Behagel errichtete in der Gegend von Heidelberg mehrere Kirchen, wie die Friedenskirche, die Kreuzkirche in Wieblingen, die Johanneskirche in Neuenheim und die Melanchthonkirche in Rohrbach. Außerdem plante Behagel die alte Synagoge in Heidelberg West, welche nicht mehr existiert, sowie Kirchenbauten in Mannheim.
Eine weitere Anekdote des Gotteshauses ist, dass der amerikanische Panzergeneral George S. Patton nach seinem tödlichen Unfall auf der Autobahn Heidelberg-Mannheim am 21.12.1945 in der Christuskirche aufgebahrt wurde. Nach dem Gottesdienst wurde Pattons Sarg nach Luxemburg gebracht, wo er beigesetzt wurde.

(Texte teilweise aus Wikipedia und "100 Jahre Christuskirche", Festschrift 2004 entnommen)